Vereinbarung für mehr Landesmittel für Jugendarbeit unterzeichnet – „HotSpot Jugendpolitik“ in Aurich

Hotspot Jugendpolitik: Niedersächsische Landespolitiker zu Gast beim Jugendrotkreuz Aurich – Ehrliche und offene Gespräche auf Augenhöhe – Siebels und Raulfs unterzeichnen Vereinbarung bezüglich mehr Geld für Jugendförderung aus Landesmitteln

 

Hoher Besuch an einem warmen Sommerabend in Aurich: Der Kreisverband des Jugendrotkreuzes und der Landesjugendring Niedersachsen e.V. haben zum „HotSpot Jugendpolitik“ eingeladen. 25 Jugendliche und junge Erwachsene sind der Einladung gefolgt und erlebten einen regen Austausch über Politik, Jugendarbeit und bekamen auch einen Eindruck vom Leben eines Landespolitikers; darunter auch eine Delegation des JRK Kreisverbandes Leer.

 

Zu Gast waren Johanne Modder, die Vorsitzende der SPD im Niedersächsischen Landtag, Wiard Siebels, SPD Landtagsabgeordneter aus Aurich und Philipp Raulfs, das jüngste Landtagsmitglied der SPD in Niedersachsen. In mehreren Workshops haben die Jugendlichen zusammen mit den Landtagspolitikern wichtige Eckpunkte für die politische Jugendarbeit entwickelt.

 

#diversity     #freeeducation     #zeitfühehrenamt

 

Soziale Ungleichheiten gehörten nach wie vor zu den großen Problemen in den Schulen in Niedersachsen, sagt Philipp Raulfs. „Wir können die Schulen nicht digital aufrüsten, fordern, dass jeder sein eigenes Tablet zum Unterricht mitbringt („bring your own device“) und dann in Kauf nehmen, dass es Familien gibt, die sich das gar nicht leisten können“, ärgert sich Raulfs. „Wir müssen Chancengleichheit für alle schaffen.“ Außerdem müsse das Ehrenamt mehr Anerkennung erfahren.

 

„Ohne Freiwillige Feuerwehren könnten wir den Brandschutz im Land beispielsweise nicht sicherstellen, aber längst nicht alle Schulen und Arbeitgeber schaffen den ehrenamtlichen Einsatzkräften den nötigen Raum dafür.“

 

Bei dieser Debatte gehe es aber nicht immer primär darum mehr Geld locker zu machen, betont Johanne Modder. „Wir müssen vor allem den Kindern zunächst einmal zuhören und sie ernst nehmen.“ Nur dann würde Vertrauen aufgebaut und das sei in Zeiten wie diesen wichtiger denn je, so Modder. Ohne miteinander zu sprechen, könne man keine Probleme lösen.

 

„Um z.B. ehrenamtlich ein Jugendlager betreuen zu können, müssen sich viele von uns selbst versichern, weil viele Arbeitgeber uns zwar freistellen, aber die Lohnnebenkosten dafür nicht weiter zahlen.“

Hauke Grischek, Leiter JRK Aurich

 

Ein großes Problem sahen alle Teilnehmer des „HotSpot Jugendpolitik“ darin, das Ehrenamt mit ihren schulischen und beruflichen Tätigkeiten in Einklang zu bringen. „Um alles mit 100 Prozent zu machen fehlt uns einfach die Zeit“, bemängelte Wiebke Müller vom JRK Kreisverband Leer die Kombination aus Schule, Hobby, Familie und Ehrenamt. Gute Noten zu schreiben und sich dabei noch in dem nötigen Umfang ehrenamtlich zu engagieren sei nahezu unmöglich.

 

MdL Wiard Siebels aus Aurich konnte diese Erkenntnis nur bestätigen. „Die Welt in der wir leben wird immer komplizierter“, erklärte der 40-Jährige. Die Gesellschaft werde zwar pluralistischer, aber dadurch auch egoistischer. Die Anforderungen stiegen, während niemand mehr so recht auf die Work-Life-Balance achte. „Deswegen gehen viele Politiker inzwischen in Schulen, um dort auch für ein buntes Zusammenleben und einen stärkeren Zusammenhalt untereinander zu werben.“

 

„Die Jugend von heute ist viel offener, mutiger und aufgeschlossener, als das noch vor Generationen der Fall war – und genau das braucht unsere Gesellschaft heute auch.“

Wiard Siebels, MdL aus Aurich (SPD)

 

Initiiert vom Landesjugendring Niedersachsen e.V. haben Wiard Siebels und Philipp Raulfs (beide MdL SPD), sowie Hauke Grischek und Lena Schwerin vom JRK Aurich deswegen eine Petition unterschrieben, die Jugendarbeit in Niedersachsen mit mehr Landesmitteln zu unterstützen. Im Kern geht es dabei um die Forderung der Erhöhung der Landesmittel für Jugendarbeit um zwei Millionen Euro pro Jahr.

 

„Ministerpräsident Stephan Weil hatte vor der Wahl mehr Gelder für die Jugendarbeit versprochen. Wir warten nach wie vor darauf, dass dieses Versprechen umgesetzt wird“, sagt Lena Schwerin vom JRK.

 

Am Ende des dreistündigen Treffens haben Wiard Siebels und das JRK Aurich vereinbart, sich im Sommer in Hannover zu treffen, um die Arbeit der Landespolitiker besser kennenlernen zu können – und auch, um neue Brücken zu bauen.

 

Philipp Raulfs und Wiard Siebels (MdL SPD) setzen sich mit Ihrer Unterschrift für mehr Geld vom Land Niedersachsen für Jugendarbeit ein. Die Initiative wurde vom Landesjugendring Niedersachsen e.V. ins Leben gerufen.

 

Hauke Grischek und Lena Schwerin vom Jugendrotkreuz unterzeichnen die Vereinbarung für mehr Landesmittel für Jugendarbeit.

 

Mehr Eindrücke vom „HotSpot Jugendpolitik“ des Landesjugendring Niedersachsen e.V. findet ihr auf unserer JRK Aurich Facebookseite.