Junge Retter gesucht – 112 ein Tag Berufsheld sein

Erste Veranstaltung nach der Pause: ✔️ geschafft!

Am vergangenen Wochenende (18.-19. September) fand unsere Hauptveranstaltung zu unserem „generationhochdrei-Projekt“: Junge Retter gesucht- 112 ein Tag Berufsheld sein statt.

Das Projekt, welches bereits im März gestartet ist, sollte eigentlich mit dieser Veranstaltung beginnen. Leider machte uns Corona dann einen Strich durch die Rechnung. ⚡

An der für April geplanten Auftaktveranstaltung sollten die Jugendfeuerwehren Haxtum und Aurich, die Jugend des Technischen Hilfswerks Aurich, die Johanniterjugend, die DLRG Jugend und natürlich das Jugendrotkreuz teilnehmen. Eine ganze Woche in den Osterferien sollte die Ausbildung der Jugendlichen, in den verbandsspezifischen Bereichen, im Vordergrund stehen. Im Anschluss daran, hätten die Teilnehmenden die Einsatzfahrzeuge ihrer Organisationen besetzt und über einen Zeitraum von zwei Tagen nachgestellte Einsätze abgearbeitet.

Das ca. 14-köpfige Team aus Gruppenleitern der teilnehmenden Organisationen traf sich bereits mehrfach im Vorfeld, um diese Veranstaltung zu realisieren. Geplant wurden Ausbildungsinhalte, ins Besondere erweiterte Erste-Hilfe und verschiedene Rettungsschema, sowie Einsatzzeiten, Einsatzszenarien  und ein buntes Freizeitprogramm für alle Teilnehmenden.

In der ursprünglichen Planung sollten an die 50 Kinder und Jugendlichen an dieser Veranstaltung teilnehmen können.

Aufgrund der aktuellen Situation und der geltenden Hygieneauflagen wurde dieses Konzept dann jedoch nocheinmal überarbeitet. So konnten wir leider nur noch 18 Plätze für Teilnehmende schaffen, aber immerhin! Und obwohl klar war, dass diese Veranstaltung alles andere als normal sein wird, alleine schon wegen Abstand und Maske, war die Resonanz der Jugendlichen enorm. Die Freude, dass es wieder losgeht beeindruckend. Kaum eine Woche nach Bekanntgabe des Termins waren auch schon alle Plätze belegt.

Um die geplanten Ausbildungsinhalte trotzdem vermitteln und üben zu können, wurde die um Ostern geplante Erste-Hilfe- und Schulsanitätsdienstausbildung nun auf sechs Tage im Augsut und September aufgeteilt.

Am Freitag den 18. September fand dann der letzte Schulungstag statt. Dort haben sich die Jugendlichen besonders mit dem Organisatorischen rund um das Fahren von Einsätzen beschäftigt. Zuvor stand meistens noch das konkrete Behandeln verschiedener Erkrankungs- oder Verletzungsmuster im Vordergrund.

An diesem Freitag aber lernten alle mit den Fahrtragen der Autos umzugehen oder die Vakuummatratze und die Schaufeltrage korrekt zu verwenden. Weiterhin mussten sie an einer Funkübung teilnhmen, die sie in den Abendstunden nochmal durch die umliegende Siedlung führte.

Top vorbereitet und wunderschön eingekleidet konnten die Teilnehmenden sich dann gegen 21 Uhr auf den Heimweg begeben. Schließlich sollte es am nächsten morgen schon um 09:00 Uhr weitergehen.

Nach einem kurzen Check-in am Samstag morgen warteten dann alle gespannt, bei wem es zuerst piept. Die allererste Alarmierung um 09:31 Uhr führte Rettungshelfer Hauke mit dem Notfallkrankentransportwagen 40-93-21 und dem Rettungsteam 04: Sofia und Julia zu einem Hausnotruf.

Vor Ort erwartete die jungen Retter dann eine ungewöhnliche Situation: Trotz Klingeln und Klopfen öffnete keiner die Tür. Nach kurzem Überlegen entschieden die beiden 14-jährigen hinter dem Haus nach einem Nebeneingang zu schauen – genau richtig!

Als sie die Terasse betraten konnten sie durch die Fenster eine reglose Person auf dem Sofa entdecken. Zum Glück stand die Terassentür auf und sie konnten zum Patienten gelangen. Sofort wussten die beiden was zu tun ist. Während Sofia die reglose Person ansprach und nach fehlender Reaktion die Atmung kontrollierte, bereitete Julia schon das Material vor. Der Rucksack musste bereitgestellt werden und die Absaugbereitschaft hergestellt werden. Als klar war: „Keine Atmung – Reanimation“ begann Sofia sofort mit der Herzdruckmassage, während sich Julia um den Einsatz des AEDs und des Beatmungsbeutels kümmerte.

Nach kurzer Zeit im Rythmus: 30x drücken und 2x beatmen, verlautete aus dem AED „Schock empfohlen“. Während dieser abgeben wurde, konnten die beiden Positionen tauschen, denn besonders die Herzdruckmassage erfordert viel Kraft und Ausdauer und sollte, wenn möglich, nicht länger als 2 min von der gleichen Person erfolgen.

Nach 10 min konnte dann endlich der Transport in das nächstliegende Krankenhaus erfolgen. Die Reanimationspflichtige Puppe, ääh Person, wurde auf die Trage verfrachtet und im N-KTW transportiert. Als Krankenhaus-Ersatz wurde im Kreisverband eine Übergabestation eingerichtet, die permanent mit zwei Gruppenleitungen besetzt und bereit war Patientenübergaben entgegen zu nehmen.

Die Übergabe erfolgte reibungslos und das Rettungsteam 04 mit Sofia und Julia konnte den Rückweg zur Wache antreten. Dort musste das Material kontrolliert und aufgefüllt werden und im Fahrzeug wieder Einsatzbereitschaft hergestellt werden.

Für die beiden Mädels hieß es dann erstmal: Kurz durchatmen. Der erste Einsatz war geschafft. Und das mit einer beeindruckenden Leistung. Die Nervosität bei wem es wann das nächste mal piept blieb aber erhalten.

Insgesamt fuhr jedes Rettungsteam zu drei nachgestellten Einsätzen und einer großen Abschlussübung am Abend. Zu dieser Übung wurde zunächst nur ein Rettungswagen alarmiert. Als dann vor Ort klar wurde, dass es sich um mehr als zehn Verletzte vor Ort handelt, löste dieses Team das Einsatzstichwort MANV_15 (Massenanfall von Verletzten mit bis zu 15 Personen) aus. So machten sich die zwei Notfallkrankenwagen, der Einsatzleitwagen, ein Mannschaftstransportfahrzeug und ein Gerätewagen-Sanitätsdienst mit allen Teams auf den Weg zur Unterstützung. Nach rund eineinhalb Stunden war auch dieser letzte Einsatz abgearbeitet und die Uhr schlug Feierabend.

Zum Schluss hieß es dann allerdings auch noch aufräumen. Während die DRK-Helferinnen und Helfer die Fahrzeuge wieder einsatzbereit machten, räumten die Jugendlichen die Unterkunft in der Käthe-Kollwitz-Straße auf.

Gegen 22:30 wurden dann auch die letzten Teilnehmenden von den Gruppenleitungen nach Hause gebracht, bevor die Türen geschlossen wurden.

 

Insgesamt sind wir alle sehr beeindruckt und freuen uns wie gut diese erste VEranstaltung trotz neuer Auflagen funktioniert hat. Wir sind gespannt wie wir unsere weitere Jugendarbeit in den nächsten Wochen und Monaten gestalten können und sind schonmal erleichtert wie erfolgreich wir wieder egstartet haben.

Seit nach den Sommerferien laufen auch die Gruppenstunden wieder. Wenn du Lust hast bei uns mitzumachen und vielleicht auch mal an solchen Veranstaltungen teilzunehmen, schau doch mal vorbei!

 

 

Wir bedanken uns bei allen Gruppenleitungen, die uns so fleißig geholfen haben und diese Veranstaltung möglich gemacht haben, ganz besonders nochmal:

Danke an die DRK Bereitschaft Aurich für eure tatkräfrige Unterstützung während der Ausbildung und der Einsätze und natürlich für die Bereitstellung und Betreuung der Fahrzeuge und Fahrzeugbesatzung. 🚑
Und danke an die DRK Beeitschaft Südbrookmerland für das leckere Essen!!